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Rheingauer Bürgermeister informierten sich über Sturmschäden

Bürgermeister und Erste Stadträtin informieren sich vor Ort über Schäden durch Gewittersturm

Weitere Beschränkungen der Forstwirtschaft werden kritisch gesehen

Die Rheingauer Bürgermeister sowie die Erste Stadträtin von Geisenheim haben sich nach ersten Aufräumarbeiten durch Hessen-Forst am vergangenen Montag einen weiteren Überblick zu den durch den schweren Gewittersturm am 01. August 2017 entstandenen Schäden verschafft.

Die Größenordnung der Windwurf- und Windbruchmenge beläuft sich nach aktuellen Einschätzungen von Hessen Forst – Forstamt Rüdesheim mittlerweile auf etwa 100.000 Erntefestmeter, wobei Laub- und Nadelholz auf die Mengen bezogen gleichermaßen vertreten sind.

Am stärksten betroffen sind davon der Gemeindewald Kiedrich und die Stadtwälder Oestrich-Winkel und Eltville. Der Windwurf bedeutet für die Kommunen erhebliche Vermögensverluste, die sich erst in Jahrzehnten wieder ausgleichen lassen. Die Aufarbeitung des Windwurfs und die Wiederbewaldung der betroffenen Flächen erfolgt durch das Forstamt Rüdesheim, mit dessen Arbeit die Bürgermeister des Rheingaus sowie die Erste Stadträtin nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht sehr zufrieden sind.

Die in den Rheingauer Wäldern betriebene Art der Forstwirtschaft ist nachhaltig, naturnah und zertifiziert. Weiterhin erfolgt sie nach den Vorgaben des Hessischen Waldgesetzes und aufgrund naturschutzrechtlicher Bestimmungen, hier sind z.B. FFH-Gebiete zu nennen.

„FFH“ steht für Flora-Fauna-Habitat. FFH-Gebiete sind spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen, Tieren und Habitaten dienen.

Zugleich erfüllt und kombiniert die Forstwirtschaft eine Fülle von Waldfunktionen zum Wohle der Gesellschaft, hat konstant hohe Erträge für die Waldbesitzer erbracht und gleichzeitig eine große Artenvielfalt im Rheingau geschaffen.

Gerade vor dem Hintergrund der negativen finanziellen Auswirkungen des Gewittersturms in den kommenden Jahren und der verantwortungsvoll betriebenen Forstwirtschaft waren sich alle bei dem Ortstermin Anwesenden darüber einig, weitere Restriktionen und Einschränkungen nicht zu befürworten.

Die Ausweisung von Biosphärenflächen, insbesondere die Schaffung von Kernzonen, die zwingend als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden müssten, und auch Nutzungsbeschränkungen in den Entwicklungszonen fanden bei den Rheingauer Bürgermeistern und der Ersten Stadträtin keine Zustimmung.

„Einen Handlungsbedarf für Veränderungen der derzeitigen Waldbewirtschaftung oder sogar Vorteile in touristischer oder wirtschaftlicher Sicht durch weitere Restriktionen sehen wir nicht“, resümierten alle Verwaltungschefs abschließend.