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Kultur | Brentanoscheune | Aktuelles

[21.01.2012] Benefiz der KulturHölle mit ZDF-Mann Uli Gack sammelt rund 4.000€
Interviewduo Bartel und Gack

"Er kann alles außer Hochdeutsch", stellte Moderator Elmar Bartel (ZDF) seinen Kollegen Uli Gack (schwäbischer Wahlrheingauer) beim ausverkauften Benefiz in der Brentanoscheune vor. Die KulturHölle hatte den Reporter eingeladen von seiner Arbeit als Nachrichtenmacher in Krisenberichten zu berichten. In Film, Bild und im Interview entstand ein differenzierter Bericht jenseits der üblichen 1:30'.


Spendenfreudiger Zuschauerandrang in der Brentanoscheune

Die Kompletteinnahmen der Veranstaltung, bei der Elmar Bartels und Uli Gack kein Honorar erhielten, wurde für medizinische Hilfe in Afghanistan und eine soziale Einrichtung in Oestrich-Winkel gespendet. Dazu kamen Sachspenden von Weingütern und Finanzspenden von örtlichen Banken und Firmen. Anneliese und Jakob Prinz, die diesen Benefiz zusammen mit den Ehrenamtlichen der KulturHölle organisiert haben, hoffen am Ende um 4.000€ gesammelt zu haben.

Wiesbadener Kurier 9.2.2012

Reporter mit Stahlhelm
09.01.2012 - WINKEL Von Thorsten Stötzer
HÖLLENSTAMMTISCH
ZDF-Korrespondent Uli Gack berichtet von seinem gefährlichen Job

Schon die ersten Bilder und ein siebenminütiger Film zum Einstieg machen deutlich, dass Uli Gack keinen einfachen Beruf ausübt. Die Aufnahmen zeigen ihn als ZDF-Korrespondenten in Afghanistan. Er spricht selbst vom "Guerillakrieg mit ungewissem Ausgang", zieht Vergleiche zum Stellungskampf vor Verdun 1916. Auf seiner Splitterschutzweste ist der Name Hans-Ulrich Gack zu lesen. Wenn der Reporter nicht in den Krisenregionen der Welt unterwegs ist, wohnt er in Winkel. Der Verein Kulturhölle hat ihn daher im Rahmen seiner Höllenstammtische zu einem Heimspiel in der Brentanoscheune eingeladen. Das Interesse ist enorm, der Saal mit gut 230 Besuchern ausverkauft. Gack sitzt mit dem ehemaligen ZDF-Nachrichtensprecher Elmar Bartel an einem kleinen Holztisch auf der Bühne.
Das nächste Foto zeigt den Korrespondenten in Afghanistan Arm in Arm mit dem Kommandeur Nabi, der schon gegen die Sowjetarmee gekämpft habe. Das Bild erläutert, wie Gack in der Fremde an Informationen gelangt. "Das Gastrecht in Afghanistan ist eines der höchsten Güter", schwärmt der zweifache Familienvater beinahe im nicht zu überhörenden Idiom seiner süddeutschen Heimat. Dann ist er mit Stahlhelm zu sehen. Das Team produziert in einer Art Betonkammer in einem Bundeswehr-Stützpunkt Berichte und lebt dort auch. Zwei Stunden Schlaf am Tag müssten manchmal eine Woche lang genügen, sagt Gack über seinen Einsatz. Bei der Arbeit gebe das Bauchgefühl den letzten Ausschlag und lokale Netzwerke seien wichtiger als Agentur-Nachrichten. Im Dialog mit dem Publikum kommt die Frage auf, wie er sich vor Selbstmordattentaten schütze. "Bestimmte Bereiche einfach meiden", antwortet Gack. Nach einem Anschlag werde nicht vor Ort gedreht, weil eine zweite Detonation folgen könne. Auf einem Viehmarkt lasse er nicht mehr filmen, weil der Betreiber die Sorge vorgebracht habe, dass die Fernsehpräsenz Suizid-Attentäter anlocken könne.
Gack äußert sich sehr sensibel über Opfer- und Täterrollen und berichtet von einem "14-jährigen Buben", den er auf einer Polizei-Station kennengelernt hatte, nachdem er vor seinem Selbstmord-Anschlag gestoppt worden war. Auch auf Äthiopien, das nicht so oft in den Nachrichten vorkommt, geht er ein: "Die Leute haben ihren Stolz und wollen in ihrem Elend nicht vorgeführt werden." Dann wollen die Zuhörer etwas über Libyen wissen. "Das war für uns ein ziemlich weißes Tuch mit einem durchgeknallten Machthaber", schildert Gack. Der Besitzer eines Computerladens habe ihm zu Kontakten verholfen. Probleme habe allerdings die deutsche Haltung bereitet, nicht militärisch in Libyen einzugreifen. "Übelst beschimpft", wurde der Reporter nach eigenen Worten von einem Grenzposten, und in Bengasi gab es beinahe kein Hotelbett für ihn wegen Westerwelles Weigerung.


Ein Bericht von KulturHoelle. e.V.

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