Björn Sommer ein Jahr im Amt

Oestrich-Winkel, den 26. April 2021 – Vor rund einem Jahr trat Björn Sommer am 01. April 2020 das Amt des Ersten Stadtrats in Oestrich-Winkel an. Die Begrüßung erfolgte damals bereits mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand und der pandemiebedingt notwendigen „soziale Distanz“. Seitdem ist „viel Wasser den Rhein hinuntergeflossen“ und trotz widriger Bedingungen hat Björn Sommer grundlegende, wichtige Maßnahmen ergriffen und zukunftsweisende Projekte sowie Veränderungen angepackt:

Dass die Kommunikation zwischen Stadtverwaltung und Bürgerinnen und Bürgern in Oestrich-Winkel im vergangenen Jahr digitaler geworden ist, ist Björn Sommer zu verdanken. Er hat unter anderem den „Digitalen Bürgerdialog“ eingeführt, welcher bereits das dritte Mal in Folge stattfand. Im vergangenen Sommer kam ihm die Idee, sich an einer Ausschreibung der Bertelsmann Stiftung zu beteiligen, die Kommunen dabei unterstützte, mitten in der Pandemie neue Wege des Bürgerdialogs einzuschlagen. Unter seiner Leitung gelang es Oestrich-Winkel, die Ausschreibung zu gewinnen und als eine der ersten Kommunen Deutschlands auf neuartige Weise den Austausch und mit ihren Einwohnerinnen und Einwohnern per Video-Konferenz umzusetzen.

Doch selbstverständlich erforderte die Pandemiesituation im vergangenen Jahr - wie überall – auch viele Kraftanstrengungen und Arbeit im Kleinen. Es galt, in den Mitarbeiter- und Besucherschutz zu investieren, Hygienekonzepte für das Bürgerzentrum und die anderen Betriebsstätten der Stadtverwaltung zu entwerfen und umzusetzen. Homeoffice-Arbeitsplätze wurden neu geschaffen, die Büro-Besetzung zugunsten von Einzelbüros geändert, medizinische Masken für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Besucherinnen und Besucher wurden beschafft. Auch die Organisation der Kommunalwahlen erforderte einiges Umdenken. Seit Langem genutzte Wahllokale mussten gegen größere Räumlichkeiten getauscht werden, um die Einhaltung des Mindestabstands zwischen den Wahlberechtigten und den Wahlhelfern zu gewährleisten.

„Neue Medien, die Digitalisierung der Stadtverwaltung, das Online-Zugangsgesetz und die Optimierung bzw. zukünftige Neugestaltung unserer städtischen Homepage sind die Aufgaben, mit denen ich mich in meinem ersten Jahr als Erster Stadtrat intensiv beschäftigt habe und weiter beschäftigen werde“, erläutert Björn Sommer.

Und er fährt fort: „Auch für mich als Standesbeamter, im Stadtarchiv und im Haushaltsvollzug ergeben sich durch Corona ständig neue Herausforderungen, denen wir uns in der Stadtverwaltung Oestrich-Winkel täglich stellen. Das Freibad in Hallgarten im vergangenen Sommer unter Pandemiebedingungen zu öffnen war nicht einfach, ebenso wie den unmittelbar bevorstehenden Umzug der HUFAD, der Tagespflege und der Sozialstation Oestrich-Winkels an den neuen Standort in Winkel zu organisieren.

Die Steuereinnahmen aus der Gewerbesteuer haben sich Corona-bedingt deutlich reduziert. Zusammen mit Bürgermeister Tenge denke ich derzeit darüber nach, wie wir die finanzielle Situation unserer Kommune für die Jahre 2021 fortfolgende so gestalten, dass die Auswirkungen der Pandemie auf die Bürgerinnen und Bürger darstellbar und erträglich bleiben, während die öffentlichen Angebote weiterhin erhalten werden können.“

Spaß machen Björn Sommer Projekte wie die Übergabe eines Buch-Geschenks von Kaiser Wilhelm II an einen in den USA lebenden Ur-Großneffen eines Oestrich-Winkeler Realschülers, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts durch besonders gute Leistungen hervorgetan hatte, danach jedoch im Ersten Weltkrieg gefallen war. Da seine Familie jüdischer Abstammung war, wanderte sie während der Nazizeit zuerst nach England, dann nach China und von dort in die USA aus, wo Björn Sommer einen Nachfahren ausfindig machen und kontaktieren konnte.

Kontakte ins Ausland ganz anderer, zukunftsweisender Natur, möchte der Erste Stadtrat mit einer Stadt in Israel anbahnen, welche möglicherweise – neben Tokaj in Ungarn - als zweite Partnerstadt für Oestrich-Winkel in Frage kommen könnte. „Die Verhandlungen laufen noch, daher kann ich dazu leider noch nicht allzu viel verraten. In Anbetracht von 1170 Jahren jüdischem Leben in Deutschland und den vielen Geschichten aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg, die mir meine Großeltern über ihre Freundschaften zu jüdischen Mitbürgern unserer Stadt erzählt haben, liegt mir das Thema aber sehr am Herzen und ich bin dabei, es voran zu treiben“, so Björn Sommer dazu.