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Großes Interesse an Förderung für Stecker-Solarmodule

Oestrich-Winkel fördert Stecker-Solarmodule:

erfolgreiche Veranstaltung zu Balkonkraftwerken

Oestrich-Winkel, den 18. Oktober 2022 – Rund 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen am Montagabend, den 17.10.2022 am Info-Abend der Stadt Oestrich-Winkel im Rahmen der Solarkampagne im Bürgersaal im Bürgerzentrum in Oestrich-Winkel teil. Was vor wenigen Jahren noch als „Guerilla-PV“ bezeichnet wurde, entwickelt sich aktuell zum absoluten Trendsetter: die sogenannten „Balkonkraftwerke“.

„Balkonkraftwerke – Sonnenstrom für kleines Geld“ lautete denn auch der Titel des Vortrags von Oliver Fedtke, der ehrenamtlich für die „Bürger Energie Hohenstein“ tätig ist. Es sprach über die Möglichkeiten, das Vorgehen und was zu beachten ist bei der Installation von Steckersolarmodulen. In Zeiten der Energie-Krise, in der die Preise für Strom immer weiter steigen, überraschte es nicht, dass das Interesse am Thema des Abends entsprechend groß war.

Begrüßung durch den Ersten Stadtrat Björn Sommer

Der Erste Stadtrat Björn Sommer begrüßte die Anwesenden und leitete in den Vortrag ein. Galt es bis vor Kurzem zwar als fortschrittlich und umweltfreundlich, mit Solar-Panels selbst Solarenergie auf dem Dach oder an der Fassade des eigenen Hauses oder der eigenen Wohnung zu gewinnen, so war es jedoch bisher keine Notwendigkeit, denn Strom und Wärme gab es in ausreichendem Maße ja auch „aus der Steckdose“ und aus der Heizungsanlage im Heizungskeller.

Noch vor einem Jahr um diese Zeit, also zu Beginn der Heizperiode 2021, hätte sich niemand von uns vorstellen können, dass die Preise für Heizenergie und Strom plötzlich derart explodieren werden, wie das in den letzten Wochen der Fall war. Nun führt Russland seit nunmehr acht Monaten einen Angriffskrieg auf seinen Nachbarstaat, die Ukraine, und plötzlich drohen bei uns Licht und Heizung auszugehen. Daher ist es allerhöchste Zeit umzudenken und sich selber Gedanken um seine Versorgung zu machen. Neben dem stadteigenen Förderprogramm zur finanziellen Unterstützung der Anschaffung eines Steckersolarmoduls ein wichtiger Grund, warum so viele Bürgerinnen und Bürger Interesse an Balkonkraftwerken zeigen.

Balkon mit Südausrichtung nicht zwingend notwendig

Trotz des Begriffs „Balkonkraftwerke“ machte Oliver Fedtke schnell darauf aufmerksam, dass es nicht unbedingt eines Balkons bedarf, um ein Steckersolarmodul zu nutzen. Fassaden, das Dach der Garage oder des Gartenhäuschens - es gibt fast überall geeignete Flächen, die genutzt werden können. Manchmal ist nur etwas Kreativität gefragt.

Mit den Maßen von 1,70 Meter mal 1,10 Meter sind die Module vielseitig einsetzbar. Als Voraussetzung für die Installation wird lediglich ein Stromanschluss in der Nähe benötigt und das Modul sollte so angebracht werden, dass es möglichst viele Sonnenstrahlen abbekommt. Im Laufe des Vortrages, der von Veranschaulichungsmaterial begleitet wurde, räumte Oliver Fedtke auch mit einem weit verbreiteten Trugschluss auf: Es bedarf keiner perfekten Südausrichtung, um Solarmodule nutzen zu können.

Vor allem für den privaten Eigenbedarf eignet sich häufig auch eine Ost-West-Ausrichtung. Dabei könnte zum Beispiel ein Modul in Ost- und ein Modul in West-Ausrichtung aufgestellt werden. Zur Ermittlung des perfekten Standortes und der Anzahl der benötigten Module gilt es, den Stromverbrauch im Tagesverlauf sowie die Anzahl der Personen im Haushalt zu bedenken.

Auch finanziell lohnt sich ein Stecker-Solarmodul

In der Regel reicht für einen Ein- bis Zwei-Personen-Haushalt bereits ein Modul. Denn der erzeugte Strom, der nicht direkt im Haushalt verbraucht wird, gelangt ohne Einspeisevergütung ins öffentliche Netz. Die Anschaffung eines Stromspeichers lohnt sich laut Referenten aus wirtschaftlicher Sicht nicht. Die Bürger Energie Hohenstein testet aber gerade den Nutzen einer Batterie, die bei einem Stromausfall vom Balkonkraftwerk geladen werden könnte und durch die dann kleineren Haushaltsgeräte betrieben werden könnten. Denn bei Stromausfall gibt auch das Stecker-Solarmodul keinen Strom mehr ins Haushaltsnetz ab.

Bei Anschaffungskosten von rund 550 Euro für ein Modul und konservativ gerechnet knapp 100 Euro Einsparpotential im Jahr, lohnt sich die Investition in eine Anlage schon nach kurzer Zeit. Für Oestrich-Winkeler Bürgerinnen und Bürger geht es noch schneller, da die Stadtverwaltung die Anschaffung eines Balkonkraftwerks mit 150 Euro fördert. Diese Förderung hat die Stadt auf freiwilliger Basis ins Leben gerufen, um die Oestrich-Winkeler bei der Energiewende zu unterstützen und ihnen das Thema Solarkraft näher zu bringen.

Vor allem bei einer zu erwartenden Lebensdauer der Anlagen von mindestens 25 Jahren handelt es sich um eine lohnenswerte Investition, die nicht nur Eigentümer, sondern auch Mieter nutzen können. Letztere müssen nur beachten, dass der Vermieter sein Einverständnis zur Installation erteilen muss. Auch im Falle von Eigentümergemeinschaften sind Zustimmungen einzuholen.

BU: Viele Interessierte kamen am Montagabend, den 17.10.2022 zum Info-Abend der Stadt Oestrich-Winkel zu Balkon-Kraftwerken