Kita-Gebühren während Lockdown

Oestrich-Winkel rechnet Kita-Gebühren für Januar und Februar 2021 tagesgenau ab

Oestrich-Winkel, den 09. Februar 2021 – Seit Beginn des zweiten Lockdowns befinden sich die hessischen Kindertagesstätten wieder im Notbetrieb. Dieses Mal wurden allerdings im Unterschied zum ersten Lockdown vor rund einem Jahr keine „systemrelevanten Berufsgruppen“ benannt, sondern alle Eltern, die keine andere Betreuungslösung finden konnten, hatten die Möglichkeit, ihre Kinder in die Notbetreuung zu bringen. Da aufgrund von Alter und Vorerkrankungen während des Lockdowns nicht das komplette Personal zur Verfügung steht, mussten einige Kitas ihre Öffnungszeiten leicht einschränken.

„In diesem Zusammenhang möchten wir uns bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Oestrich-Winkeler Kindertagesstätten herzlich für ihren Einsatz bedanken. Es ist nicht selbstverständlich, dass alle, die so nah am Menschen arbeiten, derzeit weiterhin ihren Beruf ausüben und Einsatz zeigen“, stellen Bürgermeister Tenge und Erster Stadtrat Sommer fest.

Nun hat der beschriebene Notbetrieb die Frage aufgeworfen, welche Gebühren die Kita-Träger den Eltern berechnen werden. Bürgermeister Tenge (parteilos) und Erster Stadtrat Sommer machten daraufhin schon Mitte Januar den Vorschlag, tagesgenau und individuell für jedes einzelne Kind abzurechnen. Dem stimmte die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am Montag, den 08. Februar 2021 zu. Dieser Entscheidung haben sich die kirchlichen Kita-Träger in Oestrich-Winkel angeschlossen.

Bürgermeister Tenge und Erster Stadtrat Sommer erläutern dazu: „Für die Eltern bedeutet das, dass sie nur für diejenigen Zeiten Gebühren bezahlen, in denen ihr Kind auch tatsächlich in der Kita betreut wurde. Familien, die im Januar und/oder Februar 2021 vollständig darauf verzichtet haben, ihr Kind in die Kita zu bringen, sind von der Gebühr befreit. Wir haben diese Regelung vor allem auch deshalb von Anfang an befürwortet, da viele Familien ja bereits Einkommensreduzierungen hingenommen haben, um ihre Kinder zuhause betreuen zu können. Da ist es nur fair, dass sie auf der anderen Seite bei den Kita-Gebühren entlastet werden.“

Auch durch Personalknappheit verkürzte Betreuungszeiten werden in diesem Rechenmodell berücksichtigt. Sollte eine Einrichtung, bedingt durch das Infektionsgeschehen, durch das Gesundheitsamt des Rheingau-Taunus-Kreises geschlossen werden, so entstehen den Eltern für diese Zeit ebenfalls keine Kita-Gebühren.

Die Stadtverwaltung bittet alle betroffenen Familien jedoch um etwas Geduld: Die individuelle Abrechnungserstellung ist sehr zeitaufwändig und wird einige Tage in Anspruch nehmen.