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Kleinstadtakademie: Transferwerkstatt in Oestrich-Winkel

Oestrich-Winkel profitiert von Erfahrungsaustausch mit anderen deutschen Städten

Transferwerkstatt in Oestrich-Winkel fand statt mit Teilnehmern aus Mölln, Wittenberge, Dippoldiswalde und Dießen am Ammersee

Oestrich-Winkel, den 22. September 2022 – Oestrich-Winkel gehört zu den ausgewählten Kommunen, die seit Mai 2021 am Pilotprojekt „Kleinstadtakademie“ der Bundesregierung teilnehmen. Von Donnerstag, den 08. bis Freitag, den 09. September 2022 trafen sich die beteiligten Akteure zur dritten Transferwerkstatt des von CoWorkLand als Leitagentur gemanagten Projekts in Oestrich-Winkel. Mit dabei waren der Erste Stadtrat Björn Sommer sowie seine Mitarbeiterinnen Lisa Niegel (Stadtentwicklung) und Manuela Wehrle (Projektleiterin CoWorkLand) sowie Vertreteri/innen der anderen am Projekt teilnehmenden Städte.

Oestrich-Winkel arbeitet mit Mölln (Schleswig-Holstein), Wittenberge (Brandenburg), Dippoldiswalde (Sachsen) und Dießen am Ammersee (Bayern) in einem Stadtlabor zusammen, um die Auswirkungen der Neuen Arbeitswelt auf kleinstädtische Entwicklungen zu untersuchen.

Begrüßung und Besichtigung des MGHs

Zum Auftakt begrüßte Björn Sommer, Erster Stadtrat von Oestrich-Winkel, die Gäste im Mehrgenerationenhaus. Neben Vertretern aus den Kommunen nahmen Experten der wissenschaftlich-methodischen Begleitung von der TH Lübeck und von foresightlab Berlin sowie von CoWorkLand teil.

Es folgte eine Besichtigung des MGHs, das 2008 als Begegnungsstätte für alle Generationen gegründet wurde. Danach führte ein Rundgang durch die Ortsteile Winkel und Mittelheim, bei dem unter anderem auf aktuelle Förderprogramme wie etwa „Lebendige Ortszentren“ eingegangen wurde. Besonderes Interesse schenkten die Gäste einem leerstehenden ehemaligen Möbelhaus, über dessen künftige Nutzung derzeit in Oestrich-Winkel beraten wird.

Tagesausklang mit Infos zur Weinhistorie

Gesellig und weiterhin höchst informativ verlief der Tagesausklang im Gutsausschank des Weinguts Kreis im Ortsteil Hallgarten. Neben Weinprobe mit Winzerbuffet und einer Besichtigung des Weinkellers mit viel Wissenswertem zu Produktion und zur Weinhistorie im Rheingau, der Heimat des Rieslings, gab es einen lebhaft diskutierten Impulsvortrag von Prof. Dr. Gergely Szolnoki von der Hochschule Geisenheim: „Trends im Weintourismus mit Fokus auf digitale Angebote und Aspekte des Zusammen-Arbeitens“.

Projektforstschritte als Grundlage des Erfahrungsaustauschs

Tag zwei der Transferwerkstatt fand im Popup-Coworking-Space im historischen Kern des Stadtteils Oestrich statt. Zum Auftakt gab es einen Impulsvortrag von Dr. Christoph Munck-Rieder und Dr. Marcus Kreikebaum von der EBS Universität für Wirtschaft und Recht zum Thema „Potenziale der Zusammenarbeit von Hochschule(n) und Kommune(n) für die zukünftige kleinstädtische Entwicklung“. Dr. Munck-Rieder engagiert sich für die EBS auch in der Gründungsfabrik Rheingau.

Im weiteren Verlauf des Treffens ging es um die Projektfortschritte in den einzelnen Verbundkommunen. Das im Mai 2021 gestartete Kleinstadtakademie-Projekt ist inzwischen auf die Zielgerade eingebogen und soll im kommenden Mai zu Ende gehen. Unter dem Motto, „Die zweite Halbzeit läuft“, wurde berichtet und beraten, was in den beteiligten Kleinstädten aktuell passiert. Lebhafter Erfahrungsaustausch und konstruktive Diskussionen gaben kräftige Impulse für den Fortgang dieses ungewöhnlichen Projekts. Vorausschauend wurde auch die Frage diskutiert, wie es mittel- und langfristig weitergehen wird und welche Perspektiven sich über das Projektende im Frühjahr 2023 hinaus auftun.

Ausblick: Wie geht es weiter?

In Dießen startet nach einer sehr erfolgreichen Bürgerbefragung im Oktober ein zweistufiger Bürgerworkshop, Ende Oktober veranstaltet Mölln eine öffentliche Aktionswoche, in Oestrich-Winkel sind mehrere Veranstaltungen im Pop-up-Coworking-Space geplant. Ende November soll die vierte Transferwerkstatt in Dippoldiswalde stattfinden, wo bis dahin auf der Grundlage einer Bürgerbefragung Pop-up-Aktionen im Leerstand vorbereitet werden. In Wittenberge werden Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung bestehender und neuer Begegnungs- und Coworking-Angebote beteiligt. Der Abschlussworkshop des Kleinstadtverbundes wird Ende März 2023 in Mölln stattfinden.

Der Erste Stadtrat Sommer erläutert zur Kleinstadtakademie: Durch die Teilnahme am Pilotprojekt Kleinstadtakademie ist Oestrich-Winkel automatisch beteiligt an vielfältigen Austausch-, Beratungs-, und Vernetzungsangeboten, welche die Kommunen dazu befähigen ihre eigenen Potenziale zu erkennen und zu nutzen. Ziel ist, die Infrastruktur und Daseinsvorsorge im Zeichen des demographischen Wandels zu sichern. Ab dem Jahr 2023 soll die Kleinstadtakademie voraussichtlich institutionalisiert werden. Sie ist bestimmt, den deutschen Kleinstädten zu helfen, im regionalen und globalen Wettbewerb um junge Arbeitskräfte, Familien, Arbeitsplätze und Kaufkraft zu bestehen.“

Eine Initiative des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat

Im Jahr 2018 hat das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat die Initiative „Kleinstädte in Deutschland“ gestartet, deren Kern das Pilotprojekt „Kleinstadtakademie“ ist. Ziel ist, die Kleinstädte Deutschlands miteinander zu vernetzen, immer mit Blick auf ihre Stärkung, damit sie ihre zukünftigen Aufgaben auf dem Gebiet der Daseinsvorsorge gut bewältigen. In dem Verbund, an dem Oestrich-Winkel teilnimmt geht es um das Thema ‚Kleinstädte und neue Arbeitswelten‘ – gemeint ist, wie sich der Wandel in der Arbeitswelt durch die fortschreitende Digitalisierung auf das städtische Miteinander auswirkt. 

Die Teilnehmer/innen der Kleinstadtakademie im MGH Oestrich-Winkel am 09.09.2022, ganz links hinten der Erste Stadtrat Björn Sommer, ganz rechts vorne Manuela Wehrle, Projektleiterin CoWorkLand