Purzelbaum wird FaireKITA

Oestrich-Winkel, den 14. Juli 2021 – Im Kita-Garten steht jetzt ein Insektenhotel und der Osterhase war aus Fair Trade-Schokolade. Vor der Kita sieht man in einer großen Gitterbox Müll, welchen die Kinder bei Spaziergängen aufgesammelt haben, und die schmutzige Wäsche gibt es statt in dünnen Plastikbeuteln in waschbaren Stofftaschen mit nach Hause. Es sind viele kleine Dinge, die sich in der Kita Purzelbaum verändert haben, seitdem sich die städtische Kindertagesstätte auf den Weg zur FairenKITA gemacht hat.

„FaireKITA zu werden ist kein Ziel, das man mit zwei oder drei Maßnahmen mal eben schnell erreichen kann. Es ist ein Prozess, der über Jahre hin angelegt ist und viel Nachdenken und Umdenken erfordert“, erklärt Erzieherin Jessica Lorenz, die das Projekt im Team zusammen mit den Erzieherinnen, den Eltern und der Kitaleitung begleitet.

Die Kita Purzelbaum will das FaireKITA- Siegel erhalten, das der Förderkreis FaireKITA e. V. vergibt. Los ging es vor rund einem Jahr. Das Mitarbeiter/innen-Team hat einen entsprechenden Beschluss gefasst, das FaireKITA-Team erarbeitet Maßnahmen und die Kinder beschäftigen sich immer wieder in ihrem Kita-Alltag damit, was es bedeutet „fairer“ zu werden.

„Veränderung beginnt bei uns selbst. Uns ist es wichtig, dass die Kinder in ihrem Alltag erleben, dass sie einen Beitrag zu Nachhaltigkeit, Umweltschutz und einer gerechteren Verteilung von Ressourcen weltweit leisten können. Damit verfolgen wir den Ansatz einer Bildung für nachhaltigen Entwicklung, der Kinder, aber auch Erwachsene mitnimmt“, so Erzieherin Jessica Lorenz.

Fair Trade kaufen

Ein Kriterium für den Erhalt des FaireKITA-Siegels ist, dass mindestens zwei Produkte in der Kita auf Fair Trade umgestellt werden. „Wir haben deshalb im Einkauf einiges verändert und beziehen jetzt Tee, Kaffee und Schokolade mit dem Faire Trade-Siegel. Unsere Obst- und Gemüselieferung erhalten wir von einem regionalen Obst-Gut. Aber auch bei anderen Produkten wie Reinigungsmitteln, Papier oder Personalkleidung kaufen wir nachhaltiger und ökologischer“, sagt Kita-Leiterin Antje Hentsch.

Naturgarten schaffen

Auch das Kita-Gelände verändert sich. Im schönen, großen Garten in den Weinbergen wird Artenvielfalt gefördert und die Kinder können Zusammenhänge in der Natur beobachten und erleben. In der „Villa Wurm“, gebaut aus alten Winzerpaletten, beobachten die Kinder, wie aus Obst-Resten Kompost wird. Elternbeirat und Eltern haben ein Wildbienenhotel, Blumensamen und Krokuszwiebeln gestiftet. Küchenkräuter wachsen in selbstgebauten Hochbeeten und die Kinder der Raben-Gruppe schaffen ein kleines Paradies für den Siebenpunkt-Marienkäfer.

Müll und Plastik vermeiden und sammeln

Auch Müll ist immer wieder Thema bei den Kita-Kindern. Bei Spaziergängen sammeln die Kinder achtlos weggeworfene Abfälle und bringen sie in eine Gitterbox vor der Kita. Der Inhalt wird später mit den Kindern besprochen und sortiert.

Bürgermeister Tenge ist begeistert

Bürgermeister Kay Tenge (parteilos) ist stolz auf die Ideenvielfalt und das Engagement der Kita-Mitarbeiterinnen: „Zur großen, alles umspannenden Frage unserer Zeit - wie erhalten wir unseren Planeten für unsere eigene Zukunft und die unserer Mitgeschöpfe - lernen die Kita-Kinder in der Kita Purzelbaum bereits die wichtigsten Grundlagen: Respekt vor jedem Leben und bei allem, was wir täglich tun, innezuhalten und nachzudenken, ob das so auch sinnvoll ist oder auf andere Weise ökologischer und besser getan werden könnte. Das ist eine tolle Kür in Sachen frühkindlicher Bildung, die hier geleistet wird!“.