Demenzbetreuung

Menschen mit Demenz – Wahrnehmen und Wertschätzen

In Würde alt werden können: Kursangebote der HUFAD Rheingau am 8. September und am 10. November 2018

Demenz hat Zukunft. Auch im Rheingau-Taunus-Kreis ist dieses Thema schon lange angekommen und Betroffene wie Hilfsorganisationen müssen sich mit neuen Fragen beschäftigen. In Deutschland leben derzeit rund 1,6 Millionen Menschen mit einer diagnostizierten Demenz. Diese Zahl wird sich laut der demographischen Prognosen in den kommenden Jahrzenten verdoppeln.

Die HUFAD Rheingau (Häusliche Unterstützung für Alzheimer- und Demenzpatienten) hat mit ihrem Projekt „In Würde alt werden können und auch mit Demenz ein Teil der Gesellschaft bleiben“ einen Leitfaden im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen erarbeitet.

In Kooperation mit der Organisation „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ bietet sie in Oestrich-Winkel einen Grundlagenkurs an. Dieser findet zum ersten Mal am 08. September 2018 statt und dann noch einmal am 10. November 2018, jeweils von 10.00 bis 14.00 Uhr. Er beinhaltet:

•         Informationen über die Krankheit Demenz: Ziel ist es zu lernen, was eine Demenz ist, welche Krankheitssymptome auf eine Demenz hindeuten und welche Auswirkungen diese auf die Erkrankten haben.

•         Das Erleben von Menschen mit Demenz - Wünsche Demenzkranker

•         Kommunikation und Umgang: Hier werden Fallbeispiele aus dem Erleben der Teilnehmer vorgestellt und bearbeitet. Die Teilnehmer erwerben Wissen zum Umgang und zur Kommunikation mit Demenzkranken. Hilfreiche praktische Verhaltensweisen werden aufgezeigt, um auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben.

•         Welche Möglichkeiten zu helfen gibt es darüber hinaus?

Impulsvorträge und achtsame Gruppendialoge unterstützen die Kurs-Teilnehmerinnen und –Teilnehmer auf ihrer Entdeckungsreise in eine vielleicht fremde Welt.

Der Referent Pastor Stephan Hoffmann, Alt-Katholischer Seelsorger, Geistlicher Begleiter, Systemischer Berater und Fachreferent Demenz leitet den Kurs und richtet sich an Menschen, die Demenz im privaten Umfeld erleben oder sich aus beruflichen Gründen damit auseinandersetzen möchten.

Interessierte wenden sich an die HUFAD Rheingau, Gisela Vogel, Telefon 06723 – 992 151, E-Mail gisela.vogel@oestrich-winkel.de .


HUFAD Rheingau

Häusliche Unterstützung für Alzheimer- und Demenzpatienten

Im Jahr 2007 wurde die HUFAD auf Initiative des Familienbüros der Städte Oestrich-Winkel und Geisenheim gegründet, um Angehörige von Alzheimer- und Demenzkranken zu entlasten.

Nur kurze Zeit später haben sich alle Rheingauer Kommunen der HUFAD angeschlossen, so dass seitdem eine rheingauweite Betreuung angeboten werden kann.

Es wurden inzwischen über 80 ehrenamtliche Helfer in allen relevanten Fragen der theore-tischen und praktischen Bereiche der Betreuung qualifiziert geschult. Sie stehen den Alzheimer- und Demenzkranken sowie ihren Angehörigen zur Verfügung.

Wie werden die Familien von der HUFAD unterstützt?

Die Unterstützung orientiert sich an den Interessen und Fähigkeiten des betreuten Menschen. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist das Wissen über die Lebensgeschichte und die aktuelle Situation der betreffenden Person, ihre Interessen und vor allem ihre Fähigkeiten.

Je nach Wunsch und Situation kann die Betreuung in Absprache vielfältig gestaltet werden:

a. Zuhause im vertrauten Umfeld durch Gespräche, Spaziergänge, gemeinsames Lesen oder Vorlesen, Musik hören, gemeinsames Singen, Kochen, Backen sind Beispiele hierfür.

b. Betreuung außerhalb in Gruppen mit anderen Patienten an verschiedenen Tagen. Dadurch können die Angehörigen zusätzliche Entlastung erfahren und diese Zeit für eigene Interessen und Bedürfnisse nutzen.

Wie sieht die Vorbereitung der Betreuung zuhause aus?

In einem Aufnahmegespräch zuhause lernt die Leiterin der HUFAD den Patienten kennen und bespricht mit ihm und den Angehörigen die Möglichkeiten einer Betreuung.

Bei einem weiteren Hausbesuch mit der Leiterin sowie der von ihr ausgewählten Betreuerin lernen sich alle Beteiligten kennen. Bei diesem Gespräch können gemeinsam weitere Vereinbarungen getroffen werden.

Wie sieht die Vorbereitung der Gruppenbetreuung aus?

Die Angehörigen bringen den Patienten nach Absprache zu der Gruppenbetreuung, wo nach möglichen ergänzenden Absprachen mit den Betreuern der Patient probeweise an dem vorgesehenen Programm teilnehmen kann.

Was wird in der Gruppenbetreuung geboten?

In den Vormittagsstunden wird nach einem gemeinsamen Frühstück eine „Stuhlgymnastik“ angeboten. Therapeutische Spiele, Singen altbekannter Lieder, Angebote zur Aquarellmalerei, Gartenarbeiten (am Hochbeet) runden das Angebot ab. Zum Abschluss gibt es ein schmackhaftes Mittagessen.

(Zusatzkosten für Frühstück 3,00 Euro und Mittagessen 4,00 Euro)

Nach einer kleinen Ruhepause beginnt das Nachmittagsprogramm gemütlich mit Kaffee und Kuchen. Ansonsten ist das Programm ähnlich dem Vormittagsprogramm.

(Zusatzkosten für Kaffee und Kuchen 2,50 Euro)

Was kosten die Leistungen der HUFAD?

  • Die häusliche Betreuung 10,00 Euro je Stunde
  • Vormittagsgruppe 25,00 Euro je Termin
  • Nachmittagsgruppe 15,00 Euro je Termin

Die Pflegeversicherung bezuschusst die Kosten für die Betreuung in Höhe von bis zu 1.248,- bzw. 2.496,- Euro jährlich, wenn ein erhöhter Betreuungsbedarf vorliegt und kann direkt bei Pflegeeinstufung in Anspruch genommen werden.

Diesbezügliche Beratung kann bei Bedarf im Aufnahmegespräch mit der Leiterin stattfinden.