Asiatische Tigermücken in Oestrich-Winkel nachgewiesen

In Oestrich-Winkel wurden im Jahr 2025 erneut vereinzelt Asiatische Tigermücken (Aedes albopictus) gemeldet. Gemeinsam mit der KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e. V.) bittet die Stadtverwaltung Oestrich-Winkel ihre Einwohner/innen eigenständig Maßnahmen zu ergreifen, um eine Vermehrung der Asiatischen Tigermücke auf dem eigenen Grundstück zu unterbinden und damit eine Plage zu verhindern. Denn Tigermücken sind sehr aggressiv und können auch Krankheiten übertragen.

Alle Einwohner/innen Oestrich-Winkels sind daher aufgerufen, verdächtige Stechmücken zu melden und eigenständig Präventionsmaßnahmen umzusetzen.

Melden von verdächtigen Stechmücken

Da Tigermücken auch mit anderen Stechmückenarten verwechselt werden können, sind eindeutige Fotos oder zugesendete Exemplare als sicherer Nachweis notwendig. Die KABS bittet daher um folgende Vorgehensweise: Verdächtige Stechmücken entweder erschlagen oder mit einem Glas einfangen und zum Abtöten für rund 20 Minuten in das Gefrierfach eines Kühlschrankes oder in eine Gefriertruhe legen. Danach Fotos von verschiedenen Positionen der Stechmücke machen (von vorne, von oben, Beine) und über das Meldeportal der KABS unter www.kabsev.de/stichts zusenden. Bis zu einer Rückmeldung durch die KABS das Exemplar an einem kühlen und trockenen Platz aufbewahren. Alternativ kann auch die ganze Stechmücke in einem kleinen stabilen Behältnis (z. B. Plastikröhrchen o. ä.) postalisch an die KABS geschickt werden: KABS e. V., Tigermückenmeldung, Georg-Peter-Süß-Str. 3, 67346 Speyer. Auch eine Abgabe im Bürgerbüro der Stadt Oestrich-Winkel ist zu den Öffnungszeiten möglich.

Tigermücken können anhand von drei Merkmalen eindeutig von anderen Stechmücken unterschieden werden:

  • Ein weißer Streifen, der mittig über Kopf und Rücken verläuft
  • Eine weiße Spitze an den Tastern
  • Das hinterste Beinpaar endet mit weißer Spitze

Als vergleichsweise kleine Stechmückenart passt die Asiatische Tigermücke auf den Globus einer 1-Cent-Münze (s. Abb. Tigermücke auf 1-Cent-Münze).

Die Asiatische Tigermücke im Größenverhältnis zur 1-Cent-Münze

Im Gegensatz zu vielen anderen Stechmückenarten ist die Asiatische Tigermücke tagaktiv. Sie ist außerdem sehr aggressiv und verfolgt Menschen hartnäckig, um an eine Blutmahlzeit zu gelangen.

Handlungsempfehlungen

Die wirksamste Maßnahme zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke besteht in der Beseitigung von Brutmöglichkeiten. Tigermücken entwickeln sich innerhalb einer Woche in wassergefüllten Behältnissen, die sich in Gärten oder auf Balkonen befinden, wie zum Beispiel in Regentonnen, Übertöpfen, Untersetzern, Gießkannen und Tiertränken. Aber auch Hof-Gullys, verstopften oder durchhängende Dachrinnen, hohle Zaunpfählen oder ähnliche Orte können gute Brutplätze sein. Da Tigermücken nur wenige hundert Meter weit fliegen, stammen die attackierenden Exemplare immer entweder vom eigenen Grundstück oder aus der direkten Nachbarschaft.

Die im Folgenden beschriebenen Maßnahmen sollten in der Zeit von Anfang April bis Anfang Oktober konsequent umgesetzt werden. Außerhalb dieses Zeitraums findet keine Vermehrung der Tigermücken statt; ein Großteil der im Herbst abgelegten Eier übersteht jedoch unbeschadet den Winter.

Einwohner/innen können sehr effektiv die Vermehrung von Tigermücken verhindern, indem Gefäße entweder so gelagert werden, dass sich kein Wasser darin ansammeln kann oder indem Behältnisse lückenlos abgedichtet werden (z. B. eine Regentonne mit einem engmaschigen Moskitonetz mit Gummizug). Auch das einmal wöchentliche, vollständige Entleeren von wassergefüllten Behältnissen (z. B. Tiertränken) ist eine sinnvolle Maßnahme, um einer Vermehrung vorzubeugen. Falls diese Maßnahmen nicht für alle Brutstätten umsetzbar sind, können die verbliebenen Brutmöglichkeiten 14-täglich mit Bti-Tabletten behandelt werden. Diese Tabletten beinhalten einen Eiweißstoff, der nur für die Larven weniger Mückenarten tödlich ist. Für andere Tiere, wie z.B. Bienen, Hunde, Katzen, Igel, Vögel, Reptilien, Amphibien und natürlich auch für den Menschen ist der biologische Wirkstoff völlig unbedenklich. Bti-Tabletten können die Einwohner/innen kostenfrei im Baubetriebshof der Stadt Oestrich-Winkel erhalten.

Zusätzliche Tipps

Noch bevor die Larven schlüpfen können Tigermückeneier sicher beseitigt werden. Die Weibchen kleben ihre Eier sehr fest an die Innenwand von wassergefüllten Gefäßen. Mit heißem Wasser (mindestens 60 Grad Celsius) können die Eier in den Behältnissen (Blumentöpfen, Untersetzern, Gießkannen, Gullys, Regenrinnen, etc.) abgetötet werden. Alternativ können die Eier mit einer Bürste aus den Gefäßen entfernt werden. Den Innenrand kräftig abschrubben, Gefäß und Bürste anschließend mit sauberem Wasser aus- bzw. abspülen und das Wasser samt Eiern auf die Erde gießen.

Warum die Asiatische Tigermücke bekämpft werden sollte

Die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke wird durch den globalen Reise- und Handelsverkehr bereits seit Jahrzehnten weltweit verbreitet und trifft durch mildere Temperaturen mittlerweile auch in Deutschland auf einen geeigneten Lebensraum.

Wird sie nicht bekämpft, kann sie sich in klimatisch begünstigten Regionen wie der Oberrheinebene in den Sommermonaten stark vermehren und zu einer regelrechten Plage werden. Darüber hinaus stellt sie ein Gesundheitsrisiko dar, denn sie ist in der Lage eine Vielzahl von Krankheitserregern wie z. B. das Dengue-, Zika-, Chikungunya- und das West-Nil-Virus auf den Menschen zu übertragen. Dabei trägt die Tigermücke die Krankheitserreger nicht von Natur aus in sich, sondern muss zunächst einen infizierten Menschen stechen, bei dem die entsprechenden Viren im Blut vorhanden sind. Diese Viren sind in Süddeutschland zwar aktuell nicht verbreitet, werden aber regelmäßig durch Reiserückkehrende eingetragen. Vor allem bei längeren Wärmeperioden besteht das Risiko, dass das Virus innerhalb etwa einer Woche über die Tigermücke von einer infizierten auf eine weitere Person übertragen wird.

Aber nicht nur Menschen, sondern auch Hunde können in Mitleidenschaft gezogen werden. So kann die Asiatische Tigermücke auch Fadenwürmer übertragen, welche die Herzwurmerkrankung bei Hunden verursachen.

Umfangreiche Informationen zur Asiatischen Tigermücke gibt es auf der Website www.kabsev.de.

Kontakt:

KABS e.V.
Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e. V.
Georg-Peter-Süß-Str. 3, 67346 Speyer, www.kabsev.de